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HAZ 19.5. (Frau Kohrs, Herr Vollmer)
Auch die Musketiere lagerten in der Stadt
Tausende Besucher bei ersten Bockenemer Hansetagen / Viel Programm an beiden Festtagen
Bockenem (uli/mv). Zeitreise ins Mittelalter. Bei den ersten Bockenemer Hansetagen tauchte Bockenem ein in die Zeit der fahrenden Händler, Gaukler und Ritter. Zwei Tage lang war in der Innenstadt mächtig was los.
Doch zum Auftakt der Hansetage stand am Sonnabend zunächst die Gegenwart und nicht die Vergangenheit im Mittelpunkt. Beim „Tag der Institutionen“ konnten sich auf dem Buchholzmarkt all diejenigen vorstellen, die sonst eher im Hintergrund agieren oder erst im Notfall gerufen werden. Feuerwehr und THW gewährten den interessierten Zuschauern einen Blick auf ihre Ausrüstung, das DRK informierte über seine Arbeit und Ausbildung. Zum Thema Sicherheit stand die Polizei Rede und Antwort. Aber auch die Bürgerinitiative „Rettet den Ambergau“, der Geflügelzuchtverein, das Internationale Kinderhilfswerk, Verkehrswacht, Motorsportclub, Hundesportverein und andere Vereine und Verbände nutzten die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen.
Am Sonntag dann der eigentliche Höhepunkt der ersten Hansetage: ein mittelalterlicher Markt rund um die St. Pankratiuskirche. Im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst eröffnete Bürgermeister Martin Bartölke in mittelalterlichem Gewand die Premiere in der Stadt. Er erinnerte an die Hansegeschichte der Stadt (die HAZ berichtete) und an die langen Vorbereitungen der beiden Festtage, für die insbesondere Stadtmitarbeiter Holger Pieper verantwortlich war. „Bei ihm liefen alle Fäden zusammen. Er hat viele Ideen eingebracht“, lobte Bartölke und freute sich, dass in Bockenem mal wieder so richtig was los sei. „Wir sind eben eine Stadt des Handels und des Handelns“, so Bartölke.
Was sich die eifrigen Veranstalter für die ersten Hansetage im Ambergau ausgedacht hatten, davon überzeugten sich im Laufe des Sonntags mehrere tausend Besucher. Es gab jede Menge zum Gucken und Staunen: Für Furore sorgten zum Beispiel die Gaukler, die mit Feuerspucken und gewagten Spielen mit dem Nagelbrett die Menge begeisterten. Einigen lief spätestens dann ein Schauer über den Rücken, als sich der Fakir mit dem Rücken auf die spitzen Scherben legte und sich dann noch zwei Mädchen auf das Brett mit den spitzen Nägeln stellten.
Für Stimmung der anderen Art sorgten die Musikgruppen „Sagenhaft“ aus der Rhön und „Schabernack“ aus Braunschweig. Sie entführten das Publikum in die Zeit der Hanse. In der Sitzmulde hatten indes die Musketiere aus Seesen ihr Lager aufgebaut. Während die Männer sich mehr an die Krüge mit dunklem Bier hielten, kümmerten sich die Frauen um die Suppe, die im Topf über dem offenen Feuer vor sich hin kochte.
Hinter der St. Pankratiuskirche kamen vor allem die Kinder auf ihre Kosten. Im Schatten von St. Pankratius warteten zahlreiche Ritterspiele auf die kleinen Leute, die sich zum Beispiel mit Pfeil und Bogen versuchen konnten. Überhaupt hatten sich zahlreiche Vereine, Institutionen, Schulen und Kindergärten allerlei für die jüngsten Besucher der Hansetage ausgedacht.
Kontrast zu dem mittelalterlichen Treiben auf dem Buchholzmarkt bot die Arbeitsgemeinschaft Handel und Gewerbe mit dem „Markt der Neuzeit“ in Königstraße und Bönnier Straße. Mehr als 60 Händler boten dort eher zeitgemäße Waren an. Und auch die Geschäfte hatten an diesem Sonntag für die bummelnden Besucher geöffnet.
Bis in den gestrigen Abend hinein feierten die Bockenemer mit ihren Gästen die ersten Hansetage der Stadt.
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Seesener Beobachter 20.5. (Herr Klaube)
Handel, Wandel und eine optimale Werbung für die „Hansestadt“ Bockenem
Die mehrmonatigen Vorbereitungen, die vor allem über den Schreibtisch von Abteilungsleiter Holger Pieper bei der Bockenemer Stadtverwaltung liefen, haben sich gelohnt: Die „1. Bockenemer Hansetage“ entpuppten sich in der Tat als großer Erfolg, so dass jetzt schon feststeht, dass diese Großveranstaltung zu einer festen Einrichtung der Stadt werden wird. Terminiert werden könnte sie im Abstand von zwei bis drei Jahren, vielleicht auch in der Mitte zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Ambergautagen – so die Überlegungen von Ortsbürgermeisterin Christina Philipps.
Diese Hansetage, mit denen die Ambergaumetropole künftig werben wird, knüpfen an die Tradition der alten Hansestadt im „vorbund der sasseschen stede“ (Verbund der sächsischen Städte) an, wobei konsequenterweise Wirtschaft und Historie miteinander verknüpft werden. So waren es denn nicht nur die vielen „mittelalterlichen Stände“ rund um St. Pankratius und auf dem Buchholzmarkt, wo sich das Handwerk in der Tradition der Altvorderen präsentierte, wo die „Meister“ bei ihrer Arbeit permanent umlagert wurden und man Gegrilltes und Gesottenes feilbot. Mit von der Partie waren auf der König- und der Bönnierstraße vielmehr auch Dutzende von Verkaufsständen, die mit Waren und Angebote unterschiedlichster Art lockten. Bei dieser Art der Zweiteilung – nämlich das historische Geschehen auf dem Markt und rund um die Stadtkirche und das mehr kommerziell orientierte Verkaufsgeschehen auf der König- und der Bönnierstraße, das der Gewerbeverein organisatorisch in Szene gesetzt hatte – wurde von den Organisatoren bewusst und gelungen an Bockenemer Stadtgeschichte angeknüpft. Das eingebundene Unterhaltungsprogramm tat ein übriges, so dass sich die Besucher den ganzen Tag über dicht an dicht drängten. Die Kennzeichen der parkenden Autos gaben Zeugnis, dass die Gäste aus dem Raum Salzgitter und Braunschweig ebenso angereist waren wie aus den Landkreisen Goslar, Northeim und Hildesheim. Angenehm fiel auf, dass sich viele Firmen, Gruppen und Vereine aus Bockenem und dem Stadtgebiet an der Veranstaltung beteiligten, die auswärtigen Beschicker nicht dominierten und die Verköstigungsstände das Bild nicht bestimmten. Der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister Martin Bartölke am Vormittag war ein feierlicher Gottesdienst vorausgegangen, der in der 1403 geweihten großen gotischen St.-Pankratius-Kirche stattfand und von Pastor Ralph Thomas Strack zelebriert wurde. Das Gotteshaus wurde ganz bewusst mit einbezogen, schließlich erlebte die Stadt Bockenem im 15. Jahrhundert ihre große Blütezeit, und als sie Mitglied der Sächsischen Hanse wurde auch die Kirche, die der Stadt ihre Bedeutung innerhalb der Region gab. Das Lob der Besucher fiel einhellig aus, denn Bockenem hat sich mit diesen „1. Hansetagen“ hervorragend in Szene setzen können. Es kann mit der in dieser Form organisierten Veranstaltung in Zukunft zu Recht als Hansestadt werben.
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HAZ 20.5. (Frau Kohrs)
Fest steht: Es wird eine Wiederholung geben
Stadt und Gewerbeverein mit den ersten Bockenemer Hansetagen sehr zufrieden / Vier-Jahres-Rhythmus in Planung
Bockenem (uli). Die Musketiere haben ihr Lager abgebaut, fahrende Händler und Gaukler die Stadt verlassen. Die Bockenemer Hansetage sind vorbei. Jetzt kehrt wieder Ruhe ein auf dem Buchholzmarkt.
Tausende von Besuchern bummelten am Sonntag durch die Bockenemer Innenstadt, erlebten den historischen Markt rund um die St. Pankratiuskirche, stöberten in den Auslagen der mehr als 60 Händler auf dem „Markt der Neuzeit“ und in den geöffneten Bockenemer Geschäften.
„Es war schön, aber anstrengend“, erinnert sich Holger Pieper an das Festwochenende. Der städtische Mitarbeiter war der Organisator der ersten Bockenemer Hansetage. Bei ihm liefen im Rathaus alle Fäden zusammen, viele Monate hat er mit einem Team die Großveranstaltung geplant. Und er ist rückblickend sehr zufrieden: „Es hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Ein paar kleinere Pannen hätte es zwar schon gegeben, aber im Großen und Ganzen sei alles reibungslos über die Bühne gegangen.
Auch sei er positiv überrascht gewesen vom Interesse der Bevölkerung am „Tag der Institutionen“, der bereits am Sonnabend stattfand. „Allerdings war das Interesse der örtlichen Vereine, sich dort vorzustellen, verhalten“, bedauert Pieper. Alle seien angeschrieben worden, doch nur wenige hatten die Chance genutzt.
Die Mischung am Sonntag aus historischem und modernem Markttreiben habe sich bewährt. „Das haben uns die Besucherströme bewiesen“, so Pieper. Das sieht auch Silvia Klingemann, Vorsitzende des Gewerbevereins „Bockenem – mein Ziel“ so. „Der Handel im Wandel der Zeit war das Motto der Hansetage“, erklärt sie. Da seien die Auftritte der Gaukler und Feuerspucker genauso gut untergebracht gewesen, wie die Ausstellung moderner Fahrzeuge. Und so konnten sich auch die Geschäftsleute mit ihrem verkaufsoffenen Sonntag einbringen. Klingemanns persönlicher Höhepunkt der Hansetage war der Auftritt der beiden Musikgruppen „Schabernack“ und „Sagenhaft“, die mit ihren Dudelsäcken für Stimmung sorgten.
Die beiden Bands sollten zusammen mit dem Feuerspucker eigentlich am Sonntagabend zum Abschluss der Hansetage noch einmal zusammen auftreten, als Überraschung. „Das hat leider nicht funktioniert“, bedauert Pieper. Zum einen hätten die Bands lange Anfahrtswege gehabt und mussten deshalb schon früher abreisen, zum anderen waren die Dudelsäcke nicht aufeinander abgestimmt. „Das hätte sich furchtbar angehört“, sagt Pieper. So hatten die Musiker bereist um 17 Uhr statt um 19 Uhr ihre letzten Auftritte.
Alles in Allem sind die Veranstalter mit dem Wochenende zufrieden und sich einig: Die Hansetage sollen wiederholt werden. In welcher Form und in welchem Rhythmus ist allerdings noch unklar. „Uns schwebt zurzeit vor, die Veranstaltung alle vier Jahr stattfinden zu lassen“, sagt Pieper. Aber darüber werde noch geredet. Auch mit dem Gewerbeverein. Der signalisiert aber auch bereits, dass er sich eine Wiederholung unbedingt wünscht.
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